2.6.29 nun verfügbar. Als Maskottchen dient diesmal Tuz, ein Tasmanischer Beutelteufel mit angeklebtem Schnabel, und auch sonst hat sich gegenüber dem Vorgänger einiges verändert.
Obwohl die Änderungen am Quellcode seit -rc8 recht umfangreich sind, halten sich die spürbaren Neuerungen in Grenzen. Ein großer Teil ist dem kurzfristig angesetzten Urlaub von Tux geschuldet, daneben kamen noch Änderungen an der m86k-Architektur hinzu und letzte Korrekturen an dem aus dem staging-Zweig stammenden benet-Treiber.
Der neue Kernel beschert uns dank Kernel Modesetting einen flackerfreien Start des Rechner, sofern wir über Intel-Grafik verfügen. Die Unterstützung für Grafik-Chips anderer Hersteller ist noch im Entstehen. Wer dagegen mit Multi-Prozessor-Systemen arbeitet wird, sich darüber freuen, dass nun ein Zusammenspiel des Kernels mit bis zu 4096 CPUs möglich ist. Für eine verbesserte Leistung auf Mehrprozessor-Systemen sorgt Tree-RCU, womit das klassiche RCU abgelöst wird, da es, ursprünglich für Systeme mit bis zu 32 CPUs konzipiert, mit zunehmender Anzahl an Prozessoren nicht mehr skalierbar war. RCU (Read-Copy Update) ist als Mechanismus zur Synchronisation von zeitgleichen Schreib- und Lesevorgängen im Hauptspeicher entwickelt worden und sorgt dafür, dass Lesevorgänge auf eine unveränderte oder eine neue Struktur zugreifen, jedoch nicht auf eine, die nur teilweise aktualisiert wurde und durch die Fehler verursacht würden.
Mit btrfs hält eine weiteres Dateisystem in den Kernel Einzug, das sich durch besondere Leistungsfähigkeit auszeichnen soll, allerdings befindet es sich derzeit noch in Entwicklung und wird daher nicht für den produktiven Einsatz empfohlen. Anders dagegen squashfs, das als Readonly-Dateisystem mit eingebauter Kompression speziell auf den Einsatz auf Live-CDs und ähnlichen Medien abzielt. Es gibt nun auch Unterstützung für WiMAX.
Viele neue Treiber sind hinzugekommen, insbesondere WLAN-Treiber aus dem staging-Zweig für z.B. Ralink, Realtek und Airgo-Chips. Die weiteren Änderungen und Korrekturen sind äußerst umfangreich und im Changelog auf KernelNewbies.org aufgeführt.
Quellen: Linux Kernel Mailing List, Kernel Newbies
