So langsam kann man die Uhr danach stellen: Zwei Wochen nach Veröffentlichung des 38er Kernels schließt Torvalds das Merge Window und gibt 2.6.39-rc1 frei.
Fast alle Pull Requests sind abgearbeitet lediglich einer steht noch aus: Die bereits seit längerer Zeit in der Entwicklung befindliche „Cleancache“-Funktion soll den Zugriff von der Dateisystem-Abstraktionsschicht VFS auf freie Speicherseiten beschleunigen. Die Umsetzung ist jedoch umfangreich genug, dass Torvalds sich dafür lieber eine ruhige Minute nach der Schließung des Merge Window nimmt.
Vom Big Kernel Lock wird es künftig nicht mehr viel zu berichten geben - BKL: That's all, folks war der Kommentar von Arnd Bergmann zu dem Patch, der die Dateien smp_lock.h und kernel_lock.c sowie die letzten Verweise darauf entfernte. Den Pull Request stellte Bergmann gleich nach Öffnen des Merge Window, die sieben Commits besiegelten das Ende des BKL.
Damit geht nach fast drei Jahren das von Ingo Molnar mit den Worten kill the Big Kernel Lock (BKL) gestartete ehrgeizige Projekt zu Ende. Die Herausforderung bestand darin, alten Treibern einen weniger gierigen Locking-Mechanismus anzubieten ohne die Stabilität oder deren Funktion zu beeinträchtigen. Bereits seit 2.6.37 lässt sich der Kernel ohne BKL-Unterstützung kompilieren, auf den meisten Systemen war BKL zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr notwendig.
Ansonsten kam mit „unicore32“ eine neue Architektur hinzu, der Rest kommt aus Torvalds Sicht in erster Line aus den Bereichen Treiber und Dateisystem.
Quelle: Linux Kernel Mailing List
Preisfrage: Was hat der Screenshot oben mit dem BKL zu tun?(Die erste richtige Antwort wird mit einer CD „How to destroy Angels“ belohnt. Die letztendliche Entscheidung, was als „richtige Antwort“ durchgeht, behalte ich mir im Zweifel vor.)
