Den -rc6 habe ich verbummelt, mittlerweile ist auch schon der -rc7 da. Egal, mal sehen, was es so neues gibt.
Die Entwicklung scheint sich zu beruhigen, nur wenige größere Änderungen sind aufgelaufen. Darunter finden sich Arbeiten an der Architektur für ARM-Systeme, einiges an NFS und am Direct Rendering Manager. Einige Probleme hielten die Langeweile der Kernel-Entwickler auf ein Minimum beschränkt, zuerst ein RCU-Fehler, der sich dann jedoch als Scheduler-Problem herausstellte, das wiederum auf ein Timer-Problem zurückzuführen war. Als zweites kam schon vorher ein Fehler am Dateisystem HPFS auf, der auf das Entfernen des Big Kernel Lock zurückzuführen ist, weshalb dieses Dateisystem nun als „BROKEN“ („Kaputt“) gekennzeichnet wurde. -rc7 bringt einie Korrekturen für dieses problem mit, die einen guten Teil der Änderungen ausmachen.
Derzeit läuft noch eine Diskussion, ob ein Fehler von PowerTOP, einem Werkzeug zur Optimierung des Energieverbrauchs des Systems, nun ein Fehler („Regression“) des -rc5 sei oder auf unsaubere Programmierung zurückzuführen ist, dieses Tool arbeitet mit der genannten Kernel-Entwickler-Version nämlich nicht mehr. Eine Änderung, die eine sauberere Schnittstelle schaffen sollte, ist hier der Schuldige und soll teilweise zurückgenommen werden („revert“). Im Moment stellt man sich die Frage, ob die Implementierung eines Anwenderwerkzeugs, die Schnittstellen anders ausliest als von deren Entwickler beabsichtigt, nun einfach im Regen stehen gelassen werden können um die Schnittstelle zu optimieren oder ob die Kompatibilität gewahrt bleiben muss. Torvalds stellte sich hier schon recht früh auf die Seite derer, die die Kompatibilität der Schnittstelle befürworten, jedoch scheint die Debatte noch nicht beendet.
Torvalds bat um ausgiebiges Testen der aktuellen Vorabversion, denn sie könnte die letzte sein.
Quellen: Linux Kernel Mailing List (2.6.39-rc6), Linux Kernel Mailing List (2.6.39-rc7)
