Prinzipiell bin ich ja offen für neues, und habe es auch erst einmal ohne die Menü-Icons ausprobiert. Aber ich finde es in vielen Fällen schon unpraktisch. Visuell orientiert man sich nun mal wesentlich schneller.
Eigentlich noch störender finde ich aber, dass auch die Buttons keine Icons mehr anzeigen. So ist ein typischer Einrichtungsassistent mit Schaltflächen für „Vor“ und „Zurück“ ohne die Pfeilbuttons irgendwie witzlos. Genauso finde ich es bei den Warndialogen beim Schließen ungespeicherter Dokumente sehr hilfreich, wenn „Schließen, ohne zu Speichern“, „Abbrechen“ und „Speichern“ durch entsprechende Symbole unterstützt werden (und noch besser wäre es, wenn das Humanity-Icon-Theme nicht die alten Fehler von Tango wiederholen würde).
Auch dies kann man rückgängig machen, allerdings ist die Option hierzu nur über den Konfigurationseditor (gconf-editor) erreichbar. Der betreffende Schlüssel heißt /desktop/gnome/interface/buttons_have_icons. Das Problem wird allerdings auf Dauer so nicht zu lösen sein: Wenn die Symbole in den Standardeinstellungen nicht angezeigt werden, werden vermutlich die Anwendungsentwickler auch weniger darauf achten, Symbole zu ihren Anwendungen hinzuzufügen.
Aber wichtiger als die Entscheidung der GNOME-Entwickler finde ich die Frage, wie diese Entscheidung evaluiert wird. Wird es Usability-Tests geben, die den Sinn dieser Änderung überprüfen? Wird das Feedback der User eingeholt werden? Natürlich ist es immer schwierig, gegen die alten Gewohnheiten anzukommen. Deswegen bin ich auch gerne bereit, mich überzeugen zu lassen, dass ich mich nur etwas umgewöhnen muss. Aber bei einer so weitreichenden Änderung würde ich es schon begrüßen, wenn der Wert dieser Änderung auch überprüft wird.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Diskussion weitergehen wird.