Unter Ubuntu ist das Mittel der Wahl dafür oft VNC. Das Thema ist jedoch nicht gerade trivial, wie man etwa an der Länge des Artikels im Ubuntuusers-Wiki sehen kann. Gerade, wenn die Hilfe übers Internet erfolgen soll, kann es kompliziert werden: Da VNC von Haus aus nicht verschlüsselt, sollten VNC-Verbindungen in diesem Fall über SSH erfolgen. Das hat oft genug bedeutet: Einen SSH-Server installieren, Ports auf dem Router freigeben, einen SSH-Tunnel aufbauen, die VNC-Verbindung herstellen. Wenn so viel Arbeit notwendig ist, bevor man sich überhaupt dem eigentlichen Problem widmen kann, überlegt man sich zweimal, ob es die Mühe wert ist.
Zum Glück macht das Thema unter GNOME einige Fortschritte. GNOME hat mit Vino schon lange einen VNC-Server an Bord. Mit Vinagre ist vor einiger Zeit ein hübscher VNC-Betrachter hinzugekommen. Im lokalen Netzwerk ist es dank Avahi ein Leichtes, seinen Desktop freizugeben. Ist Vino einmal aktiviert, findet Vinagre die verfügbaren Desktops auf anderen Rechnern und zeigt sie in der Seitenleiste an:
Die Vino-Einstellungen, bei Ubuntu unter „System → Einstellungen → Entfernter Bildschirm“ zu finden
Vinagre zeigt lokale Desktops an, bei Ubuntu unter „Anwendungen → Internet → Betrachter für entfernte Bildschirme“ zu finden
Dank Empathy, dem (relativ) neuen Instant-Messenger von GNOME, und Telepathy, dem darunter liegenden Framework, geht es nun aber auch über’s Internet endlich schnell und einfach. Voraussetzung ist ein Jabber-Konto. In der Empathy-Kontaktliste kann man dann über das Kontextmenü ganz einfach seinen Desktop freigeben:
Automagisch wird dann mit Vino und Vinagre eine Verbindung über Telepathy hergestellt, sobald die andere Seite die Anfrage bestätigt. Einfacher kann es eigentlich nicht mehr funktionieren.