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Twitter ist derzeit in aller Munde. Ob Microblogs, wie man Twitter und Co auch bezeichnet, überhaupt einen Nutzen in der wissenschaftlichen Kommunikation haben, ist natürlich umstritten. Ich persönlich war lange skeptisch, kann dem Ganzen mittlerweile aber etwas abgewinnen. In diesem Beitrag möchte ich einen Einblick in die Möglichkeiten von Microblogs geben und zeigen, warum sich auch ein Blick auf die Anbieter neben Twitter lohnt.
Mailinglisten wie Yggdrasil sind in der Religionswissenschaft schon lange etabliert. Sie bieten, neben fachlichen Diskussionen, eine gute Plattform, um auf eigene Tagungen, Veröffentlichungen oder ähnliches aufmerksam zu machen. Microblogs können dies gut ergänzen, ähnlich wie die informellen Gespräche am Rande von Konferenzen oft zusätzliche Informationen liefern. Mittels Microblogs kann man schnell und unkompliziert weitergeben, was man an Informationen aufgeschnappt hat. Seien es kurze Mitteilungen über Konferenzen, Calls for Papers oder Neuerscheinungen, diese Kurzinformationen bieten sich meiner Einschätzung nach wunderbar für Microblogs an. Die übliche Beschränkung auf 140 Zeichen trägt dabei zur Prägnanz der Mitteilungen bei.
Einen eigenen Versuch habe ich vor einiger Zeit auf [identi.ca] gestartet. Dabei gebe ich einfach Hinweise und Informationen weiter, die ich auf verschiedenen Mailinglisten, Newsfeeds oder im Web finde. Mein Microblog ist dabei gewisser Maßen mein persönlicher Filter für die Nachrichtenflut. Wer sich also dafür interessiert, was ich so aufsammle, kann meine Mitteilungen abonnieren. Zwar beschränke ich mich in der Regel auf wissenschaftlich relevante Informationen, aber da es sich um meinen persönlichen Microblog handelt, kann auch anderes dazwischen rutschen.
Manchmal kann es interessanter sein, nicht Personen, sondern Themen zu folgen. Also nicht allen meinen Nachrichten, sondern nur den religionswissenschaftlich einschlägigen. Und auch nicht nur von mir, sondern von allen Religionswissenschaflerinnen und Religionswissenschaftlern, die solche Nachrichten weiterverbreiten. Twitter bietet dafür leider keine Möglichkeit, aber zum Glück gibt es neben Twitter noch andere Anbieter für Microblogging. So etwa identi.ca. Identi.ca hat – unter anderem – den Vorteil, dass es Gruppen unterstützt. Eine Gruppe ist ein Zusammenschluss von Microbloggern, und alle Nachrichten, die für die Gruppe bestimmt sind, werden automatisch allen Gruppenmitgliedern weitergeleitet.
Daher habe ich vor ein paar Tagen die Gruppe relwiss auf identi.ca eingerichtet (mit dem Alias „rwde“ für „Religionswissenschaft Deutschland“. Spart noch mal zwei Zeichen). Um die Nachrichten zu lesen, muss man nicht angemeldet sein. Man kann die Mitteilungen entweder auf identi.ca lesen, oder als gewöhnlichen Newsfeed abonnieren. Wenn man sich auf identi.ca registriert, hat man darüber hinaus die Möglichkeit, eigene Nachrichten zu verfassen und auch der Gruppe zugänglich zu machen. Alle, die Lust haben, einen solchen Informationskanal zu nutzen oder selbst zu bestücken, sind herzlich eingeladen!
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