Natürlich habe ich kein iPhone. Weniger natürlich ist es, dass ich mir auch keines kaufen würde, wenn ich Bedarf für ein solche Gerät hätte.
Dabei geht es mir nicht um Designfragen oder um die nichtvorhandene physische Tastatur und ähnliche Dinge. Nein, ausschlaggebend ist die Unfreiheit des Gerätes.
Neu ist diese Einstellung in unseren Kreisen ja nicht. Aber jetzt, da das iPhone schon eine Weile existiert und mit ihm die geschaffenen Strukturen altern, werden die Absurditäten erst richtig sichtbar.
Da wird zum Beispiel eine Twitteranwendung zurückgewiesen, weil sie nicht funktioniert. Nur kann die Anwendung dafür wenig, denn sie ist naheliegenderweise darauf angewiesen, dass Twitter online ist - was zum Testzeitpunkt wohl nicht der Fall war.
Damit hat Apple eine Entscheidungsmacht, die eigentlich unlogisch ist. Da schafft ein kapitalistisches Unternehmen in einem kapitalistischen Land mit den dort üblichen Methoden ein Produkt - und verbindet es mit einem System, das den freien Markt im Keim erstickt. Es wird dann wieder logisch, wenn man bedenkt, dass sich Apple von der so errichteten Mittlerfunktion Einnahmen verspricht. Aber absurd bleibt es.
Über dieses System wurde schon oft geschimpft, daher ist diese Feststellung nicht neu. Aber es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, was das für freie Software auf diesem Gerät bedeutet. Wenn alles über den App-Store laufen muss, das Umgehen dieser Einschränkung (zumindest in den USA) noch illegal ist, dann wird auch der Weg für Freie Software auf diesem Gerät erheblich erschwert.
Von daher wundert es mich, zu diesem Gerät immer wieder im Planeten zu lesen. Selbst wenn die Fesselung umgangen werden kann und Freie Software schließlich sogar komfortabel installierbar ist: Sollte man Firmen, die sich so ganz klar gegen Freie Software aussprechen, nicht als Käufer meiden wo immer es möglich ist?