Das Microsoft-Programm, über das Studenten kostenlos an Lizenzen für Micoroft-Produkte wie Windows kommen, zeigt, wie kompliziert soetwas zu bewerten ist - und wie einfach, Microsoft komplett feindlich gegenüberzustehen.
Lernen schon Studenten primär mit Software von Microsoft zu arbeiten, werden sie auch in Zukunft damit arbeiten. Würden sie gezwungen sein, freie Alternativen zu testen, wäre das auch später für sie eine Option.
Die Fesselung an eine beherrschende amerikanische Firma ist potentiell ungesund. Aber diese Feststellung baut auf einigen Prämissen auf. So benötigt sie z.B. die Überzeugung, dass Software in gewissem Maße Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Da ist man sich wahrscheinlich recht schnell einig. Daraus wiederum kommt man schnell zum Schluss, dass folglich Software frei sein muss - denn nur, wenn das was die Gesellschaft mitkontrolliert von der Gesellschaft kontrollierbar ist, wird sie nicht unweigerlich von außen gesteuert.
Beispiel: Computer stünden in jeder Wohnung. Um erfolgreich an der Schule/Uni mitarbeiten zu können, braucht es Zugriff auf das Internet. Auch der sei kostenlos, von der Regierung gestellt. Wenn nun Windows das einzige Betriebssystem wäre und Windows teuer, eben nicht kostenlos jedem Bedürftigen zur Verfügung gestellt, würde schon deshalb der Erfolg in der Schule/Uni vom Geldbeutel bestimmt.
Um solche Szenarien zu verhindern braucht es freie Software. Um freie Software zu fördern müsste gerade die "Elite", eben die Studierenden, lernen damit umzugehen und die Prinzipien dahinter wertzuschätzen. Ein Programm wie MSDN AA wäre demnach hochgradig schädlich, wenn die Uni das in ihr Lehren einbaut und die Veranstaltungen Windows voraussetzen.
Man kann das auch anders sehen. Durch Gesetze kann eine Gesellschaft ja auch Kontrolle über Software ausüben - oder man verneint die Wichtigkeit von freier Software für freie Bildung und für alle anderen Beispiele, in denen sie als Alternative dient. Dann kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass es wichtiger sei, dass Studenten lernen was in der Wirtschaft benutzt wird. Je nach dem um welches Studienfach es dann geht und was der konkrete Berufswunsch ist kann es dann gut sein, dass dies eine Software von Microsoft ist - oder andere proprietäre Software, man übertrage die Argumentation auf Designer und Photoshop. Und was bringen idealistische Studenten mit Kenntnissen im Bereich freier Software, wenn der Arbeitgeber von der Geisteswissenschaftlerin Excel-Spezialkenntnisse und vom Programmierer als Grundvoraussetzung die perfekte Beherrschung von Visual Studio will? Dann wäre die kostenlose Möglichkeit, diese Software kennenzulernen, hilfreich. (Anstoßgeber)